Blog Helena Krenn

Ikigai

Um das persönliche Ikigai zu finden, nutzt das Modell vier zentrale Fragen:

  1. Was liebe ich? (Begeisterung)
  2. Worin bin ich gut? (Talent)
  3. Wofür werde ich bezahlt? (Wert)
  4. Was braucht die Welt? (Bedarf)

Die Schnittmenge dieser vier Bereiche ist das Ikigai – der Idealzustand in der japanischen Philosophie. Er symbolisiert den Sinn des Lebens. Wem es gelingt, diesen zentralen Zustand im Ikigai-Modell zu erreichen, dem folgen Glück und Zufriedenheit.

Alle vier Themen und Kreise überlappen sich wie bei einer Blume. In der Schnittmenge zweier nebeneinander liegender Kreise können Sie schon erkennen, welches Bedürfnis Sie erfüllen. Der Idealzustand des Ikigai ist erreicht, wenn Sie etwas haben, in dem sich alle Bereiche treffen: Sie brennen für etwas, was Sie gut beherrschen, was die Welt braucht und wofür Sie bezahlt werden. Sprich: Sie können davon leben.

Wie können wir nun das Ikigai-Modell nutzen und worauf kommt es an?

  • Analyse – Nehmen Sie sich einen Zettel und arbeiten Sie die obigen Fragen ab. Lassen Sie sich dabei Zeit. Nur wenn Sie gründlich und ehrlich zu sich sind, finden Sie Ihr Ikigai. Denken Sie auch an Fähigkeiten, die Sie haben, aber bisher nicht nutzen. Je genauer die Selbstreflexion, desto näher kommen Sie dem Idealzustand. Suchen Sie dabei aktiv nach Überschneidungen verschiedener Bereiche des Ikigai-Modells.
  • Ziel – Im Idealfall haben Sie durch die obige Analyse ein Ziel vor Augen, Ihr persönliches Ikigai, das alle Bereiche vereint. Machen Sie dieses Ziel möglichst konkret und planen Sie, wie Sie es erreichen können. Ist es ein Job? Dann überlegen Sie, wie Sie diesen bekommen können und was Sie dafür brauchen.
  • Netzwerken – Tun Sie sich mit anderen Menschen zusammen, die Ihre Leidenschaft teilen. Selbst wenn die Vorteile nicht unmittelbar erkennbar sind: Es zahlt sich aus. Die Kontakte sind inspirierend, bei Problemen haben Sie schneller Ansprechpartner und Unterstützer.
  • Durchhaltevermögen – Lassen Sie sich von Rückschlägen nicht zurückhalten.
  • Niederlagen gehören zum Leben. Das kann bedeuten, dass eine geplante Selbständigkeit vorerst (!) auf Eis legen müssen, weil Sie keine finanziellen Mittel haben. Sein Ikigai zu finden und zu erreichen bedeutet durchaus harte Arbeit, Geduld und Durchhaltevermögen – aber es lohnt sich. Immer.

Entwickelt wurde die Idee des Ikigai auf der japanischen Insel Okinawa. Dort leben nicht nur besonders glückliche, sondern auch besonders gesunde und alte Menschen – speziell im Dorf Ogimi, das als „Dorf der Langlebigen“ bekannt ist. Rund 48 Prozent der über 70-Jährigen sind hier noch immer aktiv, gehen weiterhin ihrer Arbeit nach, engagieren sich in Hobbys und Gemeinschaft.

Bemerkenswert: Auf der Insel gibt es kein Wort für „Rente“ oder „Rentner„! Ikigai bedeutet hier: „Das, wofür es sich morgens lohnt, aufzustehen.“ Und das tun die Menschen auf Okinawa bis ins hohe Alter. Sie bleiben aktiv, haben aber trotzdem keinen Stress.

Der Grund dafür ist einfach: Ikigai steigert die Lebensqualität und damit die Lebenserwartung. Es bedeutet aber für jeden Menschen etwas anderes: Es braucht einen persönlichen Prozess der Selbstreflexion, um den eigenen, individuellen Ikigai-Zustand zu finden und zu erreichen.

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